Denkereien und Machereien (MA Research Thesis)

Kurzbeschrieb

Research und Design Thesis über die strukturellen Bedingungen gesellschaftlicher Transformationsarbeit. Ausgangspunkt ist das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Wirkung, prekärer Arbeit und Selbstausbeutung. Aus der Forschung entstanden konkrete Unterstützungsstrukturen und Praxisprototypen wie Nodo, Basislager Nachhaltigkeit, Sentigarten und das übergeordnete Konzept «Amt für Macherei».

Wie lässt sich gesellschaftliche Transformation langfristig gestalten, ohne dass jene Menschen, die sie vorantreiben, an den strukturellen Bedingungen ihrer Arbeit scheitern?

Diese Frage bildet den Ausgangspunkt meiner Masterarbeit in Eco-Social Design. Die Arbeit besteht aus zwei aufeinander aufbauenden Teilen: einer Research Thesis zur wirtschaftlichen und sozialen Tragfähigkeit von Transformationsarbeit und einer Design Thesis, in der die daraus gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Strukturen, Netzwerke und Interventionen übersetzt wurden.

Die Research Thesis «Selbstausbeutung und gesellschaftliche Wirkung» untersucht das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichem Anspruch, Erwerbsarbeit, Prekarität und persönlicher Belastung. Im Zentrum steht die Beobachtung, dass Menschen und Initiativen im Bereich gesellschaftlicher Transformation häufig dort tätig werden, wo institutionelle oder wirtschaftliche Strukturen fehlen. Dadurch entstehen zwar neue Möglichkeitsräume, gleichzeitig werden Verantwortung, Risiko und Finanzierung oftmals auf einzelne Akteur verlagert. Die Untersuchung verbindet Literaturrecherche, Expert, Best-Practice-Analysen und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Organisations- und Finanzierungsmodellen.

Die anschliessende Design Thesis verschiebt den Fokus von der Analyse zur Intervention. Statt eine einzelne Lösung zu entwickeln, untersuchte ich, wie unterstützende Strukturen entstehen können, die Ressourcen, Wissen, Menschen und Institutionen miteinander verbinden. Daraus entwickelten sich drei reale Praxisprototypen: das «Basislager Nachhaltigkeit» als Förderstruktur für nachhaltige Projekte an der Hochschule, der «Creative Hub Nodo» als Schnittstelle zwischen Hochschule und Praxis sowie der «Sentigarten» als soziale und gemeinschaftlich entwickelte Intervention im Quartier.

Die Projekte wurden nicht als voneinander isolierte Ergebnisse verstanden, sondern als miteinander verknüpfte Interventionsknoten. Aus dieser Arbeit entwickelte sich schliesslich die Idee des «Amt für Macherei»: eine übergeordnete soziale Supportstruktur, die Menschen und Initiativen dabei unterstützt, aus Ideen langfristig tragfähige gesellschaftliche Projekte zu entwickeln.

Die Masterarbeit versteht Design damit weniger als Gestaltung einzelner Artefakte, sondern als Praxis des Ermöglichens: Strukturen erkennen und verändern, Beziehungen aufbauen, Ressourcen verbinden und Bedingungen schaffen, unter denen gesellschaftliche Wirkung langfristig entstehen kann.

Infos

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Links

Weitere Angaben

2024–2025 Master of Arts in Design, MA Eco-Social Design PART 1 – RESEARCH THESIS «Selbstausbeutung und gesellschaftliche Wirkung – Prekarität in der sozialen Transformationsarbeit. Strategien für wirtschaftliche Tragfähigkeit und soziale Resilienz im Spannungsfeld von Prekarität und Wirkung.»October 2024DOI: 10.13140/RG.2.2.27531.25128Full text available via ResearchGate PART 2 – DESIGN THESIS «Denkereien und Machereien zur Erkennung struktureller Probleme, zum Aufbau synergetischer Netzwerke und langfristiger Beziehungen, zur Gestaltung graswurzelartiger Interventionsknoten, zur bewussten Entfaltung nachhaltiger Möglichkeitsräume und zur Entwicklung eines Bewusstseins für den eigenen Wirkungsradius und die eigenen Belastungsgrenzen.»June 2025DOI: 10.13140/RG.2.2.25853.52961Full text available via ResearchGate PRAXISPROTOTYPEN Basislager NachhaltigkeitNodo – Creative HubSentigartenAmt für Macherei – übergeordnetes Konzept / Weiterentwicklung

Auftraggeber:in

Hochschule Luzern Design Film Kunst

Zusammenarbeit

Dr. Andreas Unteidig (Thesis Advisor) sowie zahlreiche Projektpartner, Expert und beteiligte Akteur im Rahmen der Forschung und Praxisprojekte

Rolle

Research, Eco-Social Design, Transformation Design, Concept Development, Project Development

Entstanden bei

Master of Arts in Design, MA Eco-Social Design Hochschule Luzern Design Film Kunst

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