Nodo – Creative Hub

Kurzbeschrieb

Nodo – Creative Hub ist eine Praxisplattform der Hochschule Luzern – Design Film Kunst, die bezahlte reale Projekte mit Studierenden und Alumni vermittelt und damit eine strukturelle Brücke zwischen Ausbildung, Berufseinstieg und Praxis schafft.

Nodo – Creative Hub entstand aus der Beobachtung einer strukturellen Lücke zwischen Designausbildung und Berufspraxis. Studierende erwerben während ihrer Ausbildung umfassende fachliche und gestalterische Kompetenzen, haben jedoch nur begrenzte Möglichkeiten, diese unter realen Bedingungen mit Auftraggeber, Budgets, Zeitplänen, Produktionsprozessen und wirtschaftlicher Verantwortung anzuwenden.

2024 entwickelte ich Nodo im Kontext meines Masterstudiums Eco-Social Design an der Hochschule Luzern – Design Film Kunst gemeinsam mit Isabel Tobler weiter. Ausgangspunkt war die Frage, wie sich die strukturelle Lücke zwischen Ausbildung und Berufspraxis durch eine dauerhaft funktionierende Praxisplattform adressieren lässt.

Nodo vermittelt seither bezahlte Projekte an Studierende und Alumni und begleitet diese von der Auftragsklärung über Briefing, Budgetierung und Projektmanagement bis zur Umsetzung. Die Teilnehmenden arbeiten unter realen Bedingungen, werden professionell vergütet und können zugleich auf Coaching und die Infrastruktur der Hochschule zurückgreifen. Auftraggeber erhalten Zugang zu einem interdisziplinären Talentpool aus Design, Film und Kunst.

Nach der Konzeptions- und Aufbauphase wurde Nodo während rund zwei Jahren als Pilot erprobt und schrittweise weiterentwickelt. Reale Projekte mit hochschulinternen Stellen, öffentlichen Institutionen, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen dienten dabei nicht nur als Aufträge, sondern zugleich als Lern- und Forschungsfeld für die Weiterentwicklung des Modells.

Aus dem zunächst experimentellen Prototyp entwickelte sich so eine dauerhafte Struktur innerhalb der Hochschule. Ab 2026 wird Nodo verstetigt und als reguläres Praxisformat der HSLU Design Film Kunst weitergeführt. Damit verschiebt sich das Projekt von einer einzelnen Intervention hin zu einer institutionellen Infrastruktur für den Übergang zwischen Studium, Berufspraxis und kollaborativer Projektarbeit.

Infos

2023Soziale InnovationHochschulentwicklungPraxisplattformGraphic DesignSoziale TransformationArt DirectionEco-Social DesignStrategy

Gefördert durch

Hochschule Luzern – Design Film Kunst

Weitere Angaben

Konzeptentwicklung: 2023–2024 Pilotstart: September 2024 Pilotphase: 2024–2026 Institutionelle Verstetigung: 2026

Auftraggeber:in

Hochschule Luzern – Design Film Kunst

Zusammenarbeit

Isabel Tobler

Rolle

Initiierung, Konzeption, Research, Strategie, Aufbau, Projektleitung und Weiterentwicklung

Entstanden bei

Hochschule Luzern – Design Film Kunst, Master Eco-Social Design

Wirkung & Entwicklung

Ausgangslage

Der Übergang von der Design-, Film- und Kunstausbildung in die Berufspraxis ist häufig abrupt. Absolvent verfügen über fachliche und gestalterische Kompetenzen, haben jedoch teilweise wenig Erfahrung mit realen Auftragsbedingungen, Kund, Kalkulation, Zeitmanagement, Produktion oder selbstständiger Projektverantwortung. Gleichzeitig erreichen die Hochschule regelmässig Projektanfragen aus Wirtschaft, Gesellschaft und öffentlicher Hand, die nicht direkt innerhalb von Lehre, Forschung oder Hochschulkommunikation bearbeitet werden können.

Strukturelle Lücke

Zwischen Studium und etablierter Berufspraxis fehlte eine institutionelle Übergangsstruktur, die Berufseinsteiger reale und bezahlte Projekterfahrung ermöglicht, ohne mit bestehenden Agenturen oder Studios zu konkurrieren. Vorhandene Ressourcen lagen nebeneinander: qualifizierte Absolvent auf der Suche nach Berufserfahrung, externe und interne Projektanfragen, fachliche Expertise von Dozierenden sowie Infrastruktur und Netzwerke der Hochschule. Es fehlte eine Struktur, die diese Ressourcen systematisch verbindet.

Intervention

Aufbau einer qualitätsgesicherten Praxisplattform innerhalb der Hochschule Luzern – Design Film Kunst. Nodo akquiriert und filtert geeignete Projektanfragen, klärt Anforderungen und Rahmenbedingungen, stellt passende Projektteams zusammen und begleitet Angebot, Planung und Organisation. Die Alumni arbeiten anschliessend weitgehend eigenverantwortlich und erhalten projektspezifisches fachliches Coaching. Das Modell verbindet bezahlte Arbeit, Berufspraxis, Coaching und unternehmerisches Lernen und funktioniert damit als projektbezogenes Praktikum unter realen Marktbedingungen.

Beteiligte

Alumni der Hochschule Luzern – Design Film Kunst Fortgeschrittene Studierende und Teilzeitstudierende Dozierende und Coaches HSLU-interne Auftraggeber Unternehmen und Agenturen Öffentliche Institutionen NGOs und zivilgesellschaftliche Organisationen

Förderung

Aufbau und institutionelle Unterstützung durch die Hochschule Luzern – Design Film Kunst.

Partnernetzwerke

HSLU Smart-upHSLU Marketing & KommunikationHSLU-interne FachbereicheBerufsfeld Design, Film und Kunst

Expert:innen

Projektspezifische Coaches und Fachpersonen aus den Studienrichtungen der HSLU Design Film Kunst sowie externe Fachpersonen aus dem Berufsfeld.

Ideengeber:innen

Michael SperanzaIsabel Tobler
Prozess & Wirkungstagebuch9 Einträge
  1. Konzeptentwicklung

    Ausgehend von der Frage nach dem Übergang zwischen Studium und Berufspraxis entstand im Kontext des Masterstudiums Eco-Social Design das Konzept eines Creative Hubs innerhalb der HSLU Design Film Kunst. Gemeinsam mit Isabel Tobler wurden die konzeptionellen und strukturellen Grundlagen von Nodo entwickelt. Im Zentrum stand die Idee, vorhandene Ressourcen innerhalb und ausserhalb der Hochschule neu miteinander zu verbinden: Berufseinsteiger auf der Suche nach Praxiserfahrung, reale Projektanfragen, fachliche Expertise, Coaching und die Infrastruktur der Hochschule.

  2. Research und institutioneller Aufbau

    Vergleichbare internationale Modelle wurden analysiert und Zielgruppen, Positionierung, Projektprozesse, organisatorische Strukturen und Kommunikationsstrategie entwickelt. Parallel fanden Gespräche mit relevanten Stakeholder innerhalb der Hochschule statt. In dieser Phase entstanden auch Naming und visuelle Identität von Nodo. Der Begriff «Nodo», italienisch für Knoten beziehungsweise Knotenpunkt, übersetzt die Funktion des Hubs als verbindende Struktur zwischen Hochschule, Berufseinsteiger und Praxis. Entwicklung: Das ursprüngliche Konzept wurde zu einem operativ umsetzbaren Modell mit definierten Rollen, Prozessen und einer eigenständigen Identität.

  3. Start der Pilotphase

    Nodo begann mit der Vermittlung und Begleitung erster realer Projekte. Die Pilotprojekte dienten zugleich dazu, Projektakquise, Briefing, Kalkulation, Teamzusammenstellung, Coaching, Projektmanagement und administrative Abläufe unter realen Bedingungen zu testen. Beobachtete Wirkung: Bereits während der frühen Pilotphase zeigte sich eine konkrete Nachfrage nach der vermittelnden Funktion von Nodo – sowohl innerhalb der Hochschule als auch bei externen Auftraggeber.

  4. Lernen durch reale Projekte

    Das Modell wurde anhand unterschiedlicher interner und externer Aufträge kontinuierlich getestet und angepasst. Mit jedem Projekt konnten Abläufe, Rollenverteilungen, Coaching und administrative Prozesse weiter präzisiert werden. Gleichzeitig zeigte sich, dass die grösste strukturelle Lücke insbesondere nach dem Studienabschluss liegt. Nodo entwickelte sich deshalb zunehmend von einem allgemeinen Praxisangebot zu einer gezielten Übergangsstruktur für Berufseinsteiger und Alumni.

  5. Nodo als projektbezogenes Praktikum

    Nodo wurde zunehmend als «projektbezogenes Praktikum» unter realen Marktbedingungen verstanden. Der Hub übernimmt Vermittlung, Strukturierung und Begleitung, während die Projektteams nach dem Start weitgehend eigenverantwortlich arbeiten und fachliches Coaching erhalten. Ein zentrales Prinzip wurde dabei weiter geschärft: Entstehen aus einem Nodo-Projekt erfolgreiche Beziehungen zwischen Alumni und Auftraggeber, sollen diese anschliessend direkt und unabhängig von Nodo weitergeführt werden. Beobachtete Wirkung: Aus ersten Projekten entstanden direkte Folgeaufträge, längerfristige Zusammenarbeiten und neue berufliche Beziehungen. Nodo begann damit nicht nur Praxiserfahrung zu ermöglichen, sondern konkrete Übergänge in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.

  6. Übergang statt dauerhafte Abhängigkeit

    Die Teilnahme wurde auf maximal fünf Projekte oder fünf Jahre nach Studienabschluss begrenzt. Sobald Alumni durch eine Anstellung, stabile Mandate oder eine funktionierende Selbstständigkeit im Berufsfeld etabliert sind, endet die Zusammenarbeit mit Nodo bewusst. Damit wird der Charakter des Angebots als temporäre Übergangsstruktur gesichert und gleichzeitig verhindert, dass Nodo mit selbstständigen Gestalter, Studios oder Agenturen konkurriert.

  7. Vom Pilotprojekt zur etablierten Praxisplattform

    Bis März 2026 wurden seit dem Start mehr als 80 Projekte umgesetzt oder begleitet. Der Talentpool umfasste über 80 Alumni und knapp 15 Studierende aus zwölf Fachrichtungen; rund 90 % der bisherigen Projekte wurden von Alumni bearbeitet. Insgesamt flossen rund 7500 Arbeitsstunden in Aufbau, Pilotierung und Projektarbeit. Die Bandbreite der Projekte reichte von visueller Kommunikation und Branding über Illustration, Film und Fotografie bis zu Projekten für öffentliche Institutionen, Unternehmen, NGOs und verschiedene Bereiche der Hochschule. Beobachtete Wirkung: Aus einem zunächst kleinen Pilotprojekt entwickelte sich innerhalb von rund eineinhalb Jahren eine breit genutzte Plattform mit einem interdisziplinären Talentpool und einer kontinuierlichen Nachfrage aus Hochschule und Praxis.

  8. Konkrete Übergänge in den Beruf

    Die ersten längerfristigen Wirkungen des Modells wurden sichtbar. Aus Nodo-Projekten entstanden Folgeaufträge, direkte Kund, längerfristige Kooperationen und Anstellungen. Ein dokumentiertes Beispiel ist eine Festanstellung bei Mindraize im Anschluss an eine über Nodo begleitete Pilotphase. Beobachtete Wirkung: Nodo funktioniert damit zunehmend als tatsächlicher Türöffner in den Arbeitsmarkt und nicht lediglich als zusätzliche Projektplattform während oder nach dem Studium.

  9. Institutionelle Verstetigung

    Nach der Pilotphase wurde Nodo von der Dienstleistung in die Ausbildung überführt und als dauerhafte Struktur der Hochschule Luzern – Design Film Kunst weitergeführt. Damit veränderte sich der Status des Projekts grundlegend: Aus einem im Kontext des Masterstudiums entwickelten Prototyp und einer mehrjährigen Pilotierung entstand ein institutionell verankertes Angebot der Hochschule. Strukturelle Wirkung: Die ursprünglich identifizierte Lücke zwischen Ausbildung und Berufspraxis wird nicht mehr über einzelne Interventionen adressiert, sondern durch eine dauerhaft etablierte Struktur.

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